BEITRAG

Kapellbrücke mit Wasserturm: Das Wahrzeichen von Luzern

Kapellbrücke Luzern

Die meist fotografierte Sehenswürdigkeit von Luzern ist ohne Zweifel die Kapellbrücke mit dem imposanten Wasserturm.

Wohl jeder Tourist, der einst Luzern besuchte, wird in seiner Sammlung ein Foto von der weltbekannten Holzbrücke aufzeigen können. Kein Wunder: Die Kapellbrücke und der Wasserturm prägen das Stadtbild wie keine andere Sehenswürdigkeit und führen Besucher vom Luzerner Theater und der Jesuitenkirche bis zur St. Peterskapelle am Rathausquai.

Die Kapellbrücke diente einst der Stadtbefestigung und war ursprünglich länger: Durch die Auffüllung des Ufers wurde 1835 ein 75 Meter langes Stück abgerissen.

Die Luzerner Brandnacht

Kaum ein anderer Vorfall der Innerschweiz hat die Weltöffentlichkeit derart bewegt, wie der Brand der Luzerner Kapellbrücke am 18. August 1993. Noch immer ist nicht klar, wie die Brücke in Brand geriet. Doch die Folgen waren umso offensichtlicher: Von der 650 Jahre alten Holzbrücke konnten nur gerade die beiden Brückenköpfe und der Wasserturm gerettet werden. Während nur acht Monaten wurde der fehlende Teil rekonstruiert und die Brücke am 14. April 1994 wiedereröffnet. Anfangs war das deutliche weniger verwitterte Holz der Brücke eindeutig von dem der Brückenköpfe zu unterschieden. Heute erinnern auf der Brücke nur noch ein Schild und einige beschädigte Bilder an die Schreckensnacht der Luzerner.

Eindrücklicher Bilderzyklus

Statt auf die wunderschöne Aussicht, richtet sich der Blick von vielen Brücken-Gängern nach oben. Dort erzählt ein eindrücklicher Bilderzyklus, welch wunderbares Schicksal alle Taten der Eidgenossen geleitet habe. Um ein Konzept für den Bilderschmuck zu erstellen, studierte der Luzerner Stadtschreiber Renward Cysat (1545-1614) jahrelang die Geschichte der alten Schweiz und der Christenheit. Da eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln nicht möglich war, wurden die vermögenden Bürger mobilisiert eine oder mehrere Tafeln zu stiften. Und das erfolgreich: 1611 finalisierte Cysat seine Ideen und die 158 Bilder konnten vom Luzerner Maler Hans Heinrich Wägmann gemalt werden. Ab 1726 wurde der Brückenzierde zwar noch kein Feuer, aber Jugendliche gefährlich: Da diese immer wieder Bilder beschädigten, wachte sogar ein Aufseher über die Brücke. Als die Flammen dann über 250 Jahrhunderte später wüteten, befanden sich 110 von den 147 erhaltenen Bildern auf der Brücke. Davon rund zwei Drittel davon wurden entweder vollständig zerstört oder schwer beschädigt. Einige davon wurden durch eingelagerte Originale des 1835 abgerissenen Brückenteils ersetzt. 7 brandgeschädigte Bilder erinnern noch heute an das Unglück.

Wasserturm: Beobachtungsposten, Stadtarchiv und Gefängnis in einem

Zuerst war der Wasserturm. Denn dieser wurde noch vor der Kapellbrücke um die Jahre 1290 bis 1300 erbaut. Der achteckige Turm ist 34.5 Meter hoch, der Umfang misst 39 Meter. Während seines über 700-jährigen Bestehens wurde der Turm unterschiedlich genutzt. Als Beobachtungsposten zur Überwachung der Schifffahrt, zusammen mit der Hof- und der Kapellbrücke als Verteidigungswerk der Stadt und seit dem 14. Jahrhundert bis 1919 auch als Archiv. In der heutigen Turmstube wurden bisweilen auch der Staatsschatz und die Kriegsbeute aufbewahrt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts diente ein Teil des Turms als Gefängnis. Die Gefangenen wurden an einem Seil ins Verlies hinabgelassen und nach Verbüssung der Strafe wieder hochgezogen. Unmittelbar über dem Verlies befindet sich die Rüstkammer. In dieser wird heute die umfangreiche Waffensammlung des Artillerievereins ausgestellt.

 

Kategorien

GOOGLE MAPP